Kleine Ausfahrt
Nach über drei Jahren habe ich den Bus nun wieder so weit zusammen, dass er fahrbereit ist. Neue Batterie rein, Ölwechsel, Spritfilter mit Diesel gefüllt (das System war ja wegen Tankausbau ziemlich leergelaufen) und… läuft!
Endlich wieder busfahren! Was für ein Gefühl!
Nachdem einigen Runden übers Grundstück geht es wieder in die Halle zurück. Dann die Entdeckung: Zwischen Turbo und Abgasrohr tropft ordentlich Öl raus. Kann durch die Standzeit der Turbo kaputtgehen?! Och nöö.
Fettkappen Vorderachse
Die alten Fettkappen sind nur noch rostige Beulen und so geweitet, dass man sie oval klopfen müsste, damit sie auf der Nabe halten. Also müssen neue her, allerdings ist nur noch die Ausführung mit quadratischem Loch für die Tachowelle lieferbar. Eine fettgefüllte Kappe mit Loch am rechten Vorderrad ist keine so angenehme Vorstellung: Das Loch wird zugeschweißt.
Das Loch in der rechten Kappe ist zu.
Die Kappe von innen. Da muss natürlich noch Chassislack drauf.
Fettkappe an ihrem Arbeitsplatz.
Heck- und Wartungsklappe
Die Befestigungslöcher für die Heckklappen-Embleme sind erstklassige Rostherde. Nicht umsonst sind die Embleme bei allen neuen Autos geklebt. Damals war wohl die Klebetechnik noch nicht so weit…
Meine Embleme kommen wieder dran, aber mit Doppelklebeband. Die Löcher in der Klappe werden deshalb “gecleant”. Und wenn ich schon mal dabei bei, cleane ich auch gleich sämtliche Türgriffe, Scheibenwischerlöcher, die Antenne und alles andere. Ach nee, das ist ja gar kein Ich-bin-18-und-tune-jetzt-meine-Rennwarze-Blog hier.
Auf jeden Fall werden die Löcher zugeschweißt, um künftig eine rostfreie Heckklappe zu haben.
Hier sieht man, wie sich der Rost um die Löcher ausgebreitet hat.
Blank gemacht…
…und zugeschweißt.
Schlechte Sicht nach hinten wegen dreckiger Scheibe muss nicht sein, ich rüste einen Heckwischer nach. Das Loch für den Wischer muss genau an der richtigen Stelle sein, denn die Position des Wischermotors in der Heckklappe ist durch den Halter genau vorgegeben. Dummerweise kann man wegen Platzmangels in der Heckklappe den Wischermotor nicht probeweise an seine Montagestelle halten, ohne vorher das Loch für die Wischerwelle zu bohren. Also bin ich auf Fremdinformationen angewiesen. Nach ausgiebiger Recherche in den einschlägigen VW-Bus-Internetforen und gefühlten tausend Mal nachmessen wird der Bohrer angesetzt - passt!
Die Wartungsklappe in ihre Einzelteile zerlegt. Auch sie wird entrostet und lackiert.
Wagenheberaufnahmen
Wie bei vielen Autos sind auch beim T3 die Wagenheberaufnahmen korrosionsanfällige Stellen.
Hier haben sich etliche Trennscheiben an meinem Feinbohrschleifer in Staub aufgelöst. Mit ihnen auch der reichlich vorhandene Rost.
Auf der linken Seite muss geschweißt werden, auch um den runden Ausschnitt für den Stopfen unten in der B-Säule wiederherzustellen.
Dann folgt Zinn. Wegen der Falze in diesem Bereich mit spezieller säurefreier Verzinnungspaste.
Das Loch nähert sich wieder seiner ursprünglichen Form an.
Fertig verzinnt und gleich fertanisiert.
Schiebetürrollen
Die Schiebetür wird durch diverse Kugellager geführt. Wenn die nicht in Ordnung sind, läuft die Schiebetür schwergängig oder laut oder beides.
Meine alte Schiebetür (sie darf jetzt in Form von Reparaturblechen in meinem Bus weiterleben) rumpelte ganz furchtbar, jetzt weiß ich auch, warum:
Dieses Teil allein wirkt noch nicht verdächtig…
…wenn man es allerdings mit der Führung meiner neuen Schiebetür vergleicht, wird klar, dass da an der alten jemand gebastelt hat. Die kugelgelagerte Rolle, die auf dem Blech unterhalb der Schiebetüröffnung rollt, wurde einfach durch ein normales Kugellager ersetzt. Das rollte wegen der Schrägstellung natürlich nur auf einer Kante und hat wunderhübsche Rillen in das Blech gegraben.
Die Lager der Schiebetür sind teils Standard-Kugellager, teils Spezialteile.
Nr. 32: 2 Stück 8×22x7 (608 2RS), diese Größe findet auch im Skate-Bereich Verwendung
Nr. 34: 2 Stück 9×24x7 (609 2RS)
Nr. 30: Spezialrolle, ET-Nr. 251 843 419
Nr. 17: Spezialrolle, ET-Nr. 251 843 361 B
Die Kugellager gibt es in verschiedenen Ausführungen, je nach Abdichtung. Die wird bezeichnet durch die Buchstabenkombinationen nach dem Typ: 2Z bedeutet zwei Deckscheiben, 2RS sind zwei Dichtscheiben (besser, habe ich verwendet).
Die Sicherungsringe sollten beim Wechsel auch ersetzt werden:
2 Stück Sicherungsring 8×0,8, ET-Nr. N 012 408 2 (für Nr. 32)
2 Stück Sicherungsring 9×1, ET-Nr. N 012 409 1 (für Nr. 34)
1 Stück Sicherungsring 7×0,8, ET-Nr. N 012 407 1 (für Nr. 30)
Heilung des Frontscheibenrahmens
Die Löcher im Frontscheibenrahmen sind geschweißt, jetzt soll er seine ursprüngliche Form mit Hilfe von Karosseriezinn wiederbekommen.
Das Zinn wird reichlich aufgetragen. Der frische Oberflächenrost rund um die Zinnstelle zeigt, wie aggressiv die Säure in der Verzinnungspaste ist, mit der die zu verzinnenden Stellen vorbereitet werden. Ich habe hinterher sicherheitshalber alles um diese Stellen herum mit Natronlösung abgewaschen, um eventuelle Säurereste zu neutralisieren.
Fertig verzinnt und zurechtgeschliffen.
Links das selbe Spiel.
Der Autor im entsprechenden Rahmen.
Motorraumkosmetik
Auch im Motorraum hat böse der Rost gewütet.
Zum Glück noch nicht durchgerostet. Aus dem Blechzwischenraum habe ich so gut wie möglich den Rost herausgefräst.
Motorraum fertanisiert.
Fertig lackiert. Um es perfekt zu machen, hätte der Motor natürlich raus gemusst. Das war mir das Finish im Motorraum aber doch nicht wert, deshalb habe ich gepinselt. Natürlich mit dem bewährten Chassislack, diesmal in weiß.
Das neu lackierte Luftfiltergehäuse durfte auch gleich einziehen.
Der Servoölbehälter in seine Einzelteile zerlegt. Der Ring rechts ist der Filter für das Servoöl. Ihn habe ich ersetzt, der alte war ganz schön zugesetzt. Zwischen Rücklaufleitung und Filter steckte ein Stück Lappen. Wie das da wohl hingekommen ist…?
Der stolze Motorraumbesitzer nach getaner Arbeit.
10″-Bremskraftverstärker
Der serienmäßig im T3 verbaute 8″-Bremskraftverstärker lässt sich recht einfach durch die 10″-Version aus dem BMW E30 (3er-Reihe von 1982-94) ersetzen. Effekt ist, dass für die selbe Bremskraft eine geringere Pedalkraft benötigt wird. Die maximale Bremskraft selber bleibt natürlich gleich, der Umbau dient also ausschließlich der Komfortverbesserung.
Hier der alte BKV an seinem Platz.
Und weg ist er.
Links der BMW-BKV, rechts der vom T3. Die Gewinde der Betätigungsstangen sind nicht gleich, das von BMW ist M10×1,5, das von VW irgendwas exotisches wie M9,5×1. Ich habe den VW-Gabelkopf aufgebohrt und ein passendes Gewinde geschnitten. Die BMW-Gewindestange habe ich um ca. 0,5 cm gekürzt. Das Kürzen wäre vielleicht nicht unbedingt nötig gewesen, aber ohne geht es doch recht knapp zu (sieht man erst, wenn man die vom Bremspedal kommende Stange wieder in den Gabelkopf einhängt).
Deutlicher Größenunterschied. Die Befestigung am Lagerbock ist bei beiden identisch.
Beim Wiedereinbau kollidierte die rechts aus dem HBZ kommende Bremsleitung mit dem rechten Lenksäulenhalter, habe die Leitung etwas zurechtgebogen.
Der Platz reicht genau für den 10″-BKV, er dürfte keinen halben Zentimeter größer sein.
Die genaue Bezeichnung des BKV. Meiner stammt aus einem BMW 318is.
Der Tank zieht wieder ein
Der Unterboden über dem Tank ist fertig entrostet, zum Abschluss gibt es noch eine Schicht Unterbodenwachs.
Jetzt kann der Tank wieder zurück an seinen Platz.
Die Oberseite habe ich großzügig mit Mike Sanders Fett eingepinselt.








































