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Mein Freund, der Rost
So, die Fugen sind jetzt alle offen. Rost ja, richtig schlimm nein.
Die einzigen Stellen, die mir wirklich Magenschmerzen bereiten, sind die Fugen der Radläufe, die ich 2003 in einem KarosserieFACHbetrieb ersetzen ließ (hatte ich das schon erwähnt?
)
Fugen zugespachtelt, keinerlei Rostschutz
Eingehüllt in Spachtelstaub.
Schlimme Dinge treten zutage.
So sieht es aus, wenn man ohne Grundierung einfach aufs nackte Blech lackiert.
Oder so.
*Grusel*
Nach stundenlangem Meißeln und Kratzen…
…und nach noch ein paar Stunden mehr.
Zur Abwechslung mal was Erfreuliches: Die horizontale “Küchenfuge” sieht noch ganz ok aus.
Da kommt nach dem Lackieren erst FluidFilm und später Mike Sanders Fett rein, dann passt das.
Der Boden hat unter dem Einsatz als Transporter ziemlich gelitten. Aber zum Glück gab es nur Oberflächenrost, den ich jetzt abgeschliffen habe. Später kommt zwar wieder eine Bodenplatte rein, aber darunter muss es ja nicht gammeln.
Der dauerelastische Steinschlagschutz in den Radhäusern bekommt mit der Zeit Risse, Feuchtigkeit dringt ein, er wird unterrostet. Wenn man es bemerkt, ist es oft schon zu spät.
Beliebter Platz: Hinter den Kraftstoff-Ausgleichbehältern.
Hier ist eine Durchrostung.
Alle Stellen, an denen Bleche aufeinandertreffen und sich überlappen, sind besonders gefährdet.
Für eine perfekte Restaurierung müsste der Unterboden-/Steinschlagschutz komplett runter. Ist mir jetzt aber zu aufwendig, habe auch so schon genug zu tun.
Durchrostung am Heckblech rechts.
Mit Leuten, die gerade stundenlang überkopf unter der Karre liegend am Rost rumgekratzt haben, ist nicht zu spaßen!
Unter den Haltewinkeln der Wartungsklappe rostet es eifrig.
Ein Fall für die CSD-Scheibe.
Der Frontscheibenrahmen ist freigelegt, auch hier hat die Karosseriewerkstatt nicht etwa geschweißt, sondern einfach die Löcher zugespachtelt.
Mit Feinbohrschleifer und Diamantfräse kommt alles weg, was nicht Metall ist. Die goldfarbene Stelle ist übrigens ab Werk hartgelötet.
Auch in der Mitte des Frontscheibenrahmens ein Loch…
…ebenso in der rechten Ecke. Habe aber schon deutlich schlimmere Scheibenrahmen gesehen.
Die Freude mit der Frontfuge
Eine jener Stellen, an der nahezu ausnahmslos jeder T3 rostet, ist die Fuge zwischen dem vorderen Stoßfänger und dem Frontblech. Hier überlappen sich diverse Bleche, oben steht die Feuchtigkeit, von innen ist die Fuge ungeschützt. Bei mir war da nicht einmal Karosseriedichtmasse. Beste Voraussetzungen für exquisiten Gammel.
Eigentlich ist die einzige dauerhafte Methode, das Frontblech (also das Blech von der Unterkante des oberen Kühlergrills bis hinunter zum Stoßfänger) komplett herauszutrennen und ein neues einzuschweißen. Dazu habe ich aber derzeit nicht die Möglichkeiten und versuche deshalb, soviel Rost wie möglich zu entfernen und den verbleibenden so zu versiegeln, dass er dort bleibt, wo er ist.
Das ist kein abstraktes Kunstwerk…
…sondern eine Stelle meiner hochverehrten und vielgeschätzten Frontfuge.
Das rechts ist massiver, 2-3 mm dicker Rost. Links habe ich ihn mit einem Diamantfräser am Proxxon Feinbohrschleifer weggefräst.
Diese Art von Rost ist hart, fast so hart wie das Metall, das er einmal war. Über Drahtbürstenaufsätze oder ähnliche Spielzeuge lacht der nur. Da muss man mit richtigem Werkzeug ran. Sehr gute Erfahrungen habe ich auch mit Trennscheiben am Feinbohrschleifer gemacht. Da muss man zwar etwas aufpassen, dass man nicht das gesunde Metall beschädigt, aber der Rost geht ab wie nix.
Diese Stelle sah zunächst nur aus wie ein kleiner Rostpickel unterm Lack, nach dem Freilegen mit der CSD-Scheibe an der Bohrmaschine kam eine Durchrostung zutage.
Sieh an, was da so alles rauskommt.
Hinter dem Loch ist jetzt ein ordentlicher Hohlraum. Man kann sich vorstellen, wie es überall hinter dem Frontblech aussieht. Wie gesagt, eigentlich wäre raustrennen und ersetzen angesagt.
Kein wirklich schöner Anblick.
Nachdem ich allen Rost bis aufs blanke Metall weggefräst habe, gebe ich immer wieder WD40 in die Fuge und lasse ihm reichlich Zeit zum kriechen. Danach spritze ich Owatrol Farbkriechöl hinein, lasse es trocknen und pinsele die Fuge mit Owatrol CIP Trenngrundierung, damit ich problemlos überlackieren kann.
Von hinten wird die Fuge mit Mike Sanders Fett behandelt (da kommt man gaaanz toll ran).
Die große Restaurierung beginnt
Ich habe mich entschlossen, die Rost-Sache jetzt wirklich gründlich anzugehen, das heißt komplette Zerlegung des Busses, innen und außen, Rostbeseitigung, Neulack.
Da ist er noch komplett, den Anblick werde ich wohl nicht so schnell wieder genießen können… Auf dem Foto sieht er eigentlich noch ganz gut aus, aber die grausame Rost-Wahrheit lauert irgendwo da drunter
Die Anbauteile weichen.
Doro passt auf, dass alles richtig gemacht wird.
Eine neue Schiebetür habe ich auch, praktisch rostfrei, eine kleine Delle außen. Sogar ein Schiebefenster ist mit dabei, schön. Die Glaswolle kommt gleich in die Tonne.
Das ist eine der Stellen, die die Karosseriewerkstatt 2003 saniert haben will.
Erste Sandstrahlversuche an den Fuge bei der Fahrertür. Besonders die linke ist ziemlich angegeriffen, aber zum Glück keine Durchrostungen.
Die Fahrertür. Hinter der durchgerosteten Stelle ist eine Verstärkung, wo sich wohl von oben in die Tür eingedrungenes Wasser gesammelt hat. Fazit: Neue Tür fällig.
Auch im Innenraum geht die Zerlegung los.
Armaturenbrett raus…
…und es wird immer weniger. Das Heizungsgebläse hat auch vor einiger Zeit den Geist aufgegeben. Zunächst konnte ich es noch zum Leben erwecken, indem ich sofort auf Stufe drei schaltete; irgendwann lief es gar nicht mehr.
Da haben wohl irgendwelche niedlichen Nagetiere in meinem Gebläsekasten gehaust. Der Gebläsemotor lässt sich nur noch mit Gewalt drehen, das Lager hat gefressen. Ein nagelneuer liegt schon parat, hier sind Gebrauchtteile nicht angesagt. Die Armaturenbrett-ausbau-Heizungskasten-Zerlegungs-Nummer muss ich nicht so schnell wieder haben.
Fugenrostbekämpfung
Der Fugenrost kommt überall raus, auch an den Stellen, die letztes Jahr vom Karosseriefachbetrieb neu gemacht wurden.
So wie hier zum Beispiel, hinten links.
Nach näherer Untersuchung stellt sich heraus: Der Radlauf wurde nicht besonders sauber eingeschweißt und die Fugen entgegen der Absprache nicht mit Fugendichtmasse versiegelt, sondern einfach zugespachtelt. Spachtel rausmeißeln und -kratzen macht keinen Spaß.
Hinten rechts genau das Gleiche.
Auch ein Rostklassiker beim T3: Die Fuge unterhalb der Fahrertür.
Auf der Beifahrerseite ebenso.
Gammelt es irgendwo nicht?
Die C-Säulen-Fuge ist im unteren Bereich ebenfalls angegeriffen, die horizontale Fuge (”Küchenfuge”) auf der Beifahrerseite sieht von außen noch ganz ok aus. Von innen leichter Rostansatz, aber nicht kritisch.
An der unteren vorderen Ecke der Schiebetür wurde schon kräftig gespachtelt. Den Rost hat das wenig beeindruckt. Da muss wohl mittelfristig eine neue Tür her.
Die Schiebetürschiene, bei manchen Bussen komplett durchgerostet, ist hier praktisch rostfrei. Das gibt doch Hoffnung
Die Fuge am Frontblech wird vom Rost richtig auseinandergedrückt.
An der Frontmaske sind durch Steinschläge zahlreiche Rostpickel entstanden. Die wird neu lackiert.
Grundierung drauf.
Seitlich auch. Das Abdecken mit Folie hat seine Tücken; zumindest, wenn man zum Grundieren und Lackieren die selbe Folie verwendet: Beim Lackieren werden durch die Druckluft Fetzen der auf der Folie sitzenden Grundierung abgerissen, fliegen herum und landen im frischen Lack. Da ist Papier zum Abkleben im Vorteil, die Farbe haftet besser drauf.
Jetzt glänzt er wieder schön.























































